Gastlichkeit mit Tradition!
Lieber Gast, herzlich willkommen im Schlosskrug!
Das Schloss Heidelbeck liegt in Kalletal, nahe der Grenze zum Landkreis Schaumburg. Das Gebäude wird heute als Gastronomie benutzt und wurde im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. Aber es ist auch ein geschichtlich sehr interessantes Ausflugsziel.
Das Amt Heidelbeck wurde seit 1190 durch die Ritter von Ritter von Heidelbeck (Hilbeke) verwaltet. Historisch belegt sind z.B. Konrad von Heidelbeck (ca. 1190–1229) und sein Sohn Burghard von Heidelbeck. Vermutlich Burghard war im Jahre 1257 der Erbauer des Schlosses Heidelbeck, welches damals aber als Burg erbaut wurde. Der Umbau in ein Schloss erfolgte erst in der Renaissance. Die an mehreren Stellen sichtbaren, sehr breiten Außenmauern des Schlosses zeigen aber noch heute die ursprüngliche Funktion als Burg.
Bekannt ist daneben auch ein weiterer Konrad von Heidelbeck, sehr wahrscheinlich ein Enkel oder Urenkel des oben genannten Konrad. Der jüngere Konrad gehörte dem Dominikaner Orden an. Er war von 1354 bis 1374 Titularbischof von Orthosia. Zudem war er Weihbischof in Minden und Paderborn. Orthosia war eine bedeutende Stadt in der ehemaligen römischen Provinz Syria Phoenice. Die Stadt lag in der Nähe des Flusses Nahr el-Bared (in der Antike „Eleutherus“) nördlich der berühmten Burg Krak des Chevaliers im heutigen Syrien.
Durch die Heirat von Lubbert IX. von Westphalen („der Reiche) mit Gisela von Heidelbeck kam das Schloss Heidelbeck ab dem Jahre 1411 in den Besitz der Familie von Westphalen. Damit endete auch die Ära der Ritter von Heidelbeck. Das heutige Wappen von Schloss und Schlosskrug basiert auf Lubbert’s Wappen.
In der Zeit der Familie Westphalen muss auch die bauliche Gestaltung des Schlosses im Renaissancestil erfolgt sein, wahrscheinlich im Jahre 1552. Nicht mehr vorhanden ist das zweite Obergeschoss, dass in seiner Bauweise vermutlich der heute noch existierenden Schlossmühle vergleichbar gewesen ist. Es wird zudem aufgrund von Türübergängen vermutet, dass ein zweiter Schlossflügel existiert hat, der sich auf dem heutigen Parkplatz nahe der Schlossbrücke befand. Als Zugang zu den Etagen wird angenommen, dass ein Turm in der Ecke zwischen beiden Flügeln bestanden hat, ggf. ausgeführt als Holzturm. Hauptzugang zum Schloss war ursprünglich eine Treppe zum ersten Obergeschoss, die sich am Übergang zur heutigen Schlossdeele befand. Ein dort früher vorhandener Balkon lässt auf alten Fotos auch Rückschlüsse zu, wie diese Treppe ausgesehen hat. Auf Basis der Recherchen entstand eine Rekonstruktion durch den bekannten lippischen Künstler Ulrich Tasche, der auch die Buchreihe „Der Lipper an sich“ illustriert hat.
Während der Jahrhunderte hat es lange eine enge Verbindung zum Kloster Möllenbeck gegeben. Der Herr von Schloss Heidelbeck viele Jahre auch Stiftsherr des dortigen Kanonissenstiftes. Aus dieser Zeit stammt wohl auch die alte Legende von einem Geheimgang zwischen dem Kloster Möllenbeck und dem Schloss Heidelbeck. Historische Grundlage kann ein alter Eiskeller am Küchenberg hinter dem Schloss gewesen sein. Zudem lässt eine alte Karte des sternbergschen Grenzgebietes die Schlussfolgerung zu, dass der „Geheimgang“ ein per Dornenhecke geschützter Weg war. Aber auch im heutigen Gebäude existieren noch verborgene Gänge.
Und es gab prominenten Bewohner: Marianne von Westphalen zu Heidelbeck war die Großmutter der Poetin Annette von Droste-Hülshoff, die z.B. mit den Brüdern Grimm, Clara Schumann und Robert Schumann verkehrte.
Es gab auch bereits eine inhaltliche Verbindung zum heutigen Schlosskrug, der ein Markenzeichen für gutes Essen ist: Die Herren von Westphalen hatten über viele Jahre das Amt des Erbküchenmeisters (magister coquinae) für den Fürstbischof von Paderborn inne. Dies war eines der klassischen Hofämter des Adels, welches innerhalb einer Familie (wie den Herren von Westphalen) vererbt wurde. Die zentralen Aufgaben des Erbküchenmeisters waren die Lebensmittelverwaltung (Bevorratung und Beschaffung von Lebensmitteln am Hof des Fürstbischofs), die finanzielle Kontrolle (Überwachung der Ausgaben für die Hofhaltung), die Personalaufsicht (ihm unterstanden die Küchenschreiber, die eigentlichen Köche und das restliche Küchenpersonal). Er agierte zugleich als Stellvertreter des Truchsesses (der obersten Instanz für die Tafel und den Hofstaat). Bei festlichen Anlässen hatte der Erbküchenmeister eine wichtige zeremonielle Bedeutung, die den Rang der Familie am Hofe unterstrich. Im Hochstift Paderborn sicherte dieses Amt der Familie von Westphalen eine dauerhafte Nähe zur Macht und festigte ihren Einfluss in der Region über Jahrhunderte.
1839 erwarb der lippische Fürst Leopold II. das Schloss und den Heidelbecker Besitz von der Familie von Westphalen. Von 1839 bis 1933 dient das Schloss als Domäne, ab 1918 war es nach dem Ende der Monarchie Eigentum des Freistaates Lippe. Ab 1912 wurde das Schloss dann zur Gastronomie mit Restaurant, Hotel, großem Saal und Biergarten.
Zu Fürst Leopold IV. (dem letzten regierenden Fürsten von Lippe, der von 1905 bis 1918 amtierte) gibt es in Bezug auf Heidelbeck besonders lebendige Überlieferungen. Er galt als sehr volksnah und war ein leidenschaftlicher Jäger, der das Kalletal sehr mochte. Leopold IV. war z.B. einer der ersten Regenten in Deutschland, der ein Auto für seine Fahrten übers Land nutzte. Es wird berichtet, dass sein Erscheinen in Heidelbeck immer ein großes Ereignis war: Wenn das fürstliche Automobil im Schlosshof vorfuhr, versammelten sich die Dorfbewohner und die Arbeiter der Domäne. Er suchte oft das Gespräch mit dem Domänenpächter und den Waldarbeitern, was ihm den Ruf eines „Fürsten zum Anfassen“ einbrachte. Das Schloss Heidelbeck wurde in diesen Jahren zum Jagdschloss, denn der Fürst nutze es oft für Jagden.
Eine zentrale Anekdote betrifft die Gründung der Gastronomie im Jahr 1912. Es heißt, der Fürst selbst habe die Idee unterstützt, im Schloss eine Bewirtung einzurichten: Er wollte nach den anstrengenden Treibjagden in den Heidelbecker Bergen einen standesgemäßen Ort für das „Schüsseltreiben“ (das gemeinsame Essen nach der Jagd) haben. Ort des Schüsseltreibens war das sogenannte „Fürstenzimmer“. Dieses Zimmer wurde speziell für die Besuche des Fürsten und seiner Jagdgesellschaft hergerichtet. Während der Domänenpächter den Rest des Hauses bewirtschaftete, blieb dieser Raum oft für herrschaftliche Zwecke reserviert. Das 2025 renovierte „Fürstenzimmer“ im Schloss Heidelbeck ist das Herzstück der historischen Gastronomie und eine Art Zeitkapsel, die die Verbindung zwischen dem lippischen Fürstenhaus und der bürgerlichen Tradition des heutigen Schlosskrugs bewahrt. Heute wird es auch als „Trauzimmer“ für Hochzeiten genutzt, denn das Schloss Heidelbeck ist eine offizielle Außenstelle des Standesamtes Nordlippe.
Es wird zudem berichtet, dass Leopold IV. die Heidelbecker Forelle so sehr schätzte, dass er sie nicht nur vor Ort verspeiste, sondern regelmäßig frische Lieferungen in das Residenzschloss nach Detmold bestellte. Leopold IV. hatte außerdem eine sehr enge Bindung zu seinem Forstpersonal. Die Förster in der Heidelbecker Schlossmühle waren für ihn wichtige Vertrauenspersonen. Es wird erzählt, dass der Fürst bei seinen Wanderungen oder Jagdgängen im Kalletal oft ohne großes Gefolge unterwegs war. Einmal soll er von einem neuen Waldarbeiter, der ihn nicht erkannte, zurechtgewiesen worden sein, weil er sich abseits der Wege bewegte. Anstatt ihn zu bestrafen, soll der Fürst über die Pflichttreue des Mannes gelacht und ihm ein Goldstück geschenkt haben.
Zur baulichen Geschichte nach 1839 gehört untrennbar die Schlossmühle. Während das Schloss zum „Hotel und Restaurant“ wurde, blieb die Mühle das funktionale Zentrum für den Wald. Dort befand sich die Wildkammer, in der das erlegte Wild der fürstlichen Jagden verarbeitet und gekühlt wurde.
Als Leopold IV. am 12. November 1918 auf den Thron verzichtete, blieb er dem Kalletal dennoch verbunden. Da er in Lippe bleiben durfte (er wohnte weiter im Schloss Detmold), besuchte er Heidelbeck auch in den 1920er Jahren gelegentlich als Privatmann – nun nicht mehr als Herr der Domäne, sondern als Gast im mittlerweile etablierten Schlosskrug.
Diese Besuche des Fürsten sorgten dafür, dass Heidelbeck schon früh überregional bekannt wurde. Dies sorgte für florierenden Ausflugsverkehr, der durch die fürstliche Tradition und die Nutzung als „Jagdschloss“ angeheizt wurde. Die Familie Korf erwarb das Schloss im Jahre 1933. Nachdem dort (wie oben berichtet) bereits im Jahre 1912 eine Gaststätte eingerichtet worden war, war die Familie Korf verantwortlich für die sehr erfolgreiche Entwicklung hin zum heutigen, gastlichen „Schlosskrug“. In diese Zeit fällt auch der Bau der „Schlossdeele“ als Veranstaltungssaal mit ca. 200 Plätzen, der besonders für Hochzeiten und große Feiern gerne genutzt wird.
Das Haus ist weit über Kalletals Grenzen hinaus bekannt als gute Adresse für gepflegte Gastronomie. Ob mit dem Auto, Motorrad, dem Fahrrad oder auch per Pedes, der „Schlosskrug“ ist eines der interessantesten Ziele in Kalletal. In dem alten Gebäude können viele Geheimnisse entdeckt werden, so z.B. ein historischer Dachstuhl und verborgene Gänge und Zwischenetagen.
Gut essen, gut trinken und entspannen, bei freundlicher Bedienung in gemütlicher Umgebung, das erwarten Sie von uns und so soll es auch sein. Unsere Mitarbeiter werden alles tun, damit Sie sich bei uns wohlfühlen. Da wir unsere Speisen fast alle frisch zubereiten, bitten wir Sie, bei eventuell auftretenden Wartezeiten, um etwas Geduld. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt und einen guten Appetit !
Ihr Schlosskrug-Team!
Unser "vergessenes Schloss" hat eine lange Geschichte hinter sich:
1257 - 1411
Im Besitz der adeligen Sippe von Hilbeke (Heidelbeck)
1411 - 1839
Im Besitz der Herren von Westphalen
1839 - 1918
Domäne des Fürstentums Lippe, Nutzung auch als Jagdschloss
Ab 1912
Start des Gastronomie
1918 - 1933
Domäne des Freistaates Lippe
1933 bis 2022
Im Besitz der Familie Korf
2023 - 10/2024
Betrieben durch die Fam. Scott & Popprichwald
Ab 11/2024
Betriebsleitung: Marion Korf
250
Plätze für Kaffeegesellschaften
1257
Baujahr des
Schloss Heidelbeck
100
Plätze im Biergarten
200
Plätze in der Schlossdeele
Unser Team
Wolfgang und Marion Korf lenkten viele Jahre bis Ende 2022 die Geschicke im „Schlosskrug“. Anschließend waren die Familien Scott und Popprichwald als Betreiber aktiv.
Der Schlosskrug wird ab dem 09.11.2024 betrieben als Geschäftsbereich der Amazing Enterprises GmbH. Die Leitung des Geschäftsbereiches und damit des Schlosskrugs liegt bei Marion Korf.
Gemeinsam mit ihrem Team sorgen sie sich um Ihr Wohl: „Genießen Sie unvergessliche Stunden in unserem Haus und entspannen sich vom Alltag.“
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